Bodenarbeitsvarianten

 

Freie Bodenarbeit 

hierbei wird frei mit dem Pferd in einem Roundpen gearbeitet. Der Reiter lernt einiges über Kommunikationswege ohne weitere Hilfsmittel, wird für die weitere Arbeit am Boden vorbereitet, da er sich seiner Körpersprache, sowie seines „Standpunktes“ bewusst werden kann und Missverständnisse in der weiteren Ausbildung vermieden werden können.

Das Pferd wird dazu aufgefordert dem Menschen seine volle Aufmerksamkeit zu schenken und sich einer Mitarbeit zu öffnen, die nicht erzwungen wird. Es lernt auf seinen Menschen zu achten, Individualbereiche zu akzeptieren oder auch Nähe und Berührung zuzulassen. Gerade bei jungen oder noch rohen Pferden ein schöner Einstieg in die gemeinsame Arbeit!

 

Führtraining

Dieses Training kann als nächster Schritt in der Jungpferdeausbildung genutzt werden, findet jedoch auch in allen anderen Ausbildungsphasen Anwendung.

Beim Reiter schult das Führtraining in sinnvoller Weise Takt und Timing. Das Pferd lernt auf Impulse zu reagieren und dem unter Umständen in der Freiarbeit erarbeiteten Lesen der menschlichen Körpersprache keine ausschließliche Gewichtung zu geben, sondern auch Berührungsreize als Hilfen zu verstehen.

Das Führtraining schlägt somit eine wichtige Brücke zwischen der Ausbildung am Boden und dem Reiten!

 

Leitseilarbeit

In der Leitseilarbeit wird die Distanz zum Pferd auf etwa 3 – 4,5m erweitert. Anders als bei der klassischen Longenarbeit arbeiten wir nicht zwingend im Longierzirkel/Roundpen, sondern auf freien Flächen (Reithalle, Außenviereck, Wiese, Gelände) und beziehen im weiteren Aufbau des Trainings ebenfalls Pylonen, Stangen und leichte Gelassenheitshindernisse (Planen o.ä.) ins Training mit ein.

Das Pferd lernt die Distanz zum Leitseilführenden aufgrund taktiler und energetischer Hilfen zu wahren, wird gymnastiziert und an unbekannte Reize herangeführt, welche es nicht unter Druck des Menschen, sondern mit wachsendem Selbstbewusstsein zu meistern lernt.

Der Reiter lernt sein Pferd geduldig in neuen Situationen zu unterstützen und zu führen. Seine Beobachtungsgabe wird geschult und er lernt die Reaktionen seines Pferdes einzuschätzen und entspannt darauf zu reagieren.

 

Longieren am Kappzaum

Als Vorbereitung des Pferdes auf die Arbeit unter dem Sattel ebenso, als auch als Aufbautraining nach Rekonvaleszenzen eignet sich die Arbeit am Kappzaum. Das Pferd lernt sich im Zuge der Ausbildung ungestört auszubalancieren, der Muskelaufbau wird gefördert, Takt und Losgelassenheit erarbeitet. Auch hier können Stangen als Erweiterung des Trainings mit einbezogen werden.

 

Doppellongenarbeit

Die Arbeit an der Doppellonge erweitert das Trainingsspektrum welches die Kappzaumarbeit bietet in sofern, dass hier die bei der Arbeit unter dem Sattel folgenden Zügelhilfen mit erarbeitet werden können. Das zuvor am Kappzaum losgelassen und raumgreifend laufende Pferd kann nunmehr sanft an das Gebiss heran gearbeitet werden, ohne dass es durch das Reitergewicht beeinflusst wird. Auch hier können Stangen und sogar Bodenhindernisse (Planen, Brücken, o.ä.) das Training abwechslungsreich ergänzen.

Der Reiter lernt die Sensibilität seines Pferdes gegenüber dem Gebiss zu erkennen, da er als „Beobachter“ am Boden alle Reaktionen z.B auf eine harte Hand oder einen an der falschen Stelle gesetzen Bewegungsimpuls sehen kann und auf die Reitarbeit übertragen lernt.